Kurz gesagt
- In Italien gibt es standesamtliche Trauung, kirchliche Trauung mit zivilrechtlicher Wirkung und freie Trauung: Nur die ersten beiden sind rechtlich gültig.
- Ausgangspunkt für die Unterlagen ist das Ehefähigkeitszeugnis oder ein gleichwertiger Nachweis aus eurem Land.
- Die Regeln hängen von der Staatsangehörigkeit ab: Das letzte Wort haben euer Standesamt, euer Konsulat und das Standesamt des Comune.
- Die freie Trauung ist oft die beliebteste Wahl, weil sie bei Ort, Zeit und Sprache frei lässt.
Dieser Ratgeber ist für Paare aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, die in Italien heiraten wollen, und für alle, die eine Italienerin oder einen Italiener heiraten. Er erklärt einfach die Unterschiede zwischen den Trauungen, die Unterlagen im Allgemeinen, den Ablauf und die richtigen Ansprechpartner. Er ersetzt keine amtliche Auskunft: Die Regeln hängen von der Staatsangehörigkeit ab und können sich ändern, also klärt alles mit eurem Standesamt, dem Konsulat und dem Comune (der italienischen Gemeinde). Wenn ihr schon jemanden für die Blumen sucht, seht euch die Floristinnen und Floristen für Hochzeiten in Italien an.
Die drei Trauungen im Vergleich
| Standesamtlich | Kirchlich mit zivilrechtlicher Wirkung | Frei | |
|---|---|---|---|
| Rechtlich gültig | Ja | Ja, nach Eintragung | Nein |
| Wer traut | Bürgermeister oder eine beauftragte Person | Geistliche oder Geistlicher | Wen ihr wollt (Trauredner, Freunde) |
| Wo | Trausaal im Rathaus oder vom Comune zugelassener Ort | Kirche oder Gotteshaus | Wo ihr wollt, mit Erlaubnis des Eigentümers |
| Unterlagen | Die des Comune | Die des Comune und die kirchlichen | Keine für den Staat |
| Freiheit bei Uhrzeit und Sprache | Begrenzt | Begrenzt | Groß |
Die standesamtliche Trauung
Die standesamtliche Trauung findet vor dem Standesbeamten des Comune statt. Das kann im Trausaal des Rathauses sein oder an einem Ort, den das Comune als Trauort zugelassen hat: eine Villa, eine Burg, ein historisches Haus. Nicht jede Location ist zugelassen, fragt also gleich am Anfang.
Meist braucht ihr zwei volljährige Trauzeugen. Versteht einer von euch kein Italienisch, verlangt das Comune in der Regel eine Dolmetscherin oder einen Dolmetscher. Termine, Uhrzeiten und Gebühren für den Saal legt jedes Comune selbst fest.
Die kirchliche Trauung
Eine katholische Trauung kann auch zivilrechtliche Wirkung haben: Nach der Feier wird die Ehe in die Personenstandsregister eingetragen und gilt für den Staat. Dafür laufen zwei Wege parallel:
- der kirchliche, mit Unterlagen eurer Heimatpfarrei und der italienischen Diözese;
- der staatliche, mit den Unterlagen, die das Comune verlangt.
Der kirchliche Weg kann dauern: Fangt früh an und fragt eure Pfarrei, was nötig ist. Für evangelische Paare und andere Konfessionen gelten andere Regeln: Informiert euch bei der Gemeinde vor Ort und beim Comune.
Die freie Trauung
Die freie Trauung hat keine rechtliche Wirkung. Viele Paare aus dem deutschsprachigen Raum wählen sie aus mehreren Gründen:
- sie findet statt, wo ihr wollt: privater Strand, Garten, Terrasse, Weinberg;
- Uhrzeit, Sprache und Trauredner wählt ihr frei, die Zeremonie kann ganz auf Deutsch sein;
- sie hängt nicht von der italienischen Bürokratie ab: Standesamtlich heiratet ihr zu Hause, vorher oder nachher;
- sie passt auch zu Paaren, die schon verheiratet sind und ihr Versprechen erneuern wollen.
Der Ort gehört aber jemandem. Ihr braucht die Erlaubnis von Eigentümer oder Location und an öffentlichen Orten die der zuständigen Stelle. Mehr dazu im Ratgeber Elopement und kleine Hochzeiten in Italien.
Die Unterlagen im Allgemeinen
Was genau verlangt wird, hängt von eurer Staatsangehörigkeit und vom Comune ab. Für eine Ehe mit zivilrechtlicher Wirkung braucht ihr in der Regel:
- einen gültigen Ausweis, meist den Reisepass;
- eine Geburtsurkunde oder ein gleichwertiges Dokument;
- das Ehefähigkeitszeugnis: Es bescheinigt, dass nach eurem Recht nichts gegen die Ehe spricht. Das italienische Zivilgesetzbuch verlangt einen solchen Nachweis (nulla osta) von Ausländern, die in Italien heiraten. In Deutschland beantragt man es meist beim Standesamt am Wohnort, in Österreich und der Schweiz bei den zuständigen Behörden. Es ist nur begrenzt gültig;
- wenn ihr schon verheiratet wart, Unterlagen zu Scheidung oder Verwitwung.
Ausländische Urkunden müssen oft beglaubigt oder mit Apostille versehen und ins Italienische übersetzt werden. Zwischen EU-Staaten gelten für viele öffentliche Urkunden vereinfachte Regeln und mehrsprachige Formulare. Für die Schweiz als Nicht-EU-Land kann das anders sein. Weitere Schritte, etwa das Aufgebot, können je nach Wohnsitz nötig sein oder nicht: Fragt das Comune.
Fragt euer Standesamt zu Hause auch nach der Namensführung: Wie und wo ihr euren Ehenamen erklärt, ist eine Frage, die viele Paare zu spät stellen.
Gleichgeschlechtliche Paare haben in Italien Zugang zur eingetragenen Lebenspartnerschaft (unione civile), die ein eigenes Gesetz regelt und sich von der Ehe unterscheidet. Wenn das euch betrifft, klärt mit Comune und Konsulat, wie es für eure Staatsangehörigkeit funktioniert.
Ablauf und Reihenfolge
- Wählt die Trauung. Sie entscheidet, welche Unterlagen ihr braucht und wo ihr heiraten könnt.
- Kontaktiert das Standesamt des Comune am Hochzeitsort: freier Termin, Unterlagen, Gebühren.
- Kontaktiert euer Standesamt zu Hause und gegebenenfalls euer Konsulat in Italien für das Ehefähigkeitszeugnis.
- Bereitet die Unterlagen vor, mit Beglaubigungen und Übersetzungen. Manche sind nur begrenzt gültig: Beantragt sie nicht zu früh.
- Nach der Hochzeit lasst ihr euch vom Comune einen Auszug aus dem Heiratsregister oder eine Heiratsurkunde geben. Wie die Ehe zu Hause eingetragen wird (in Deutschland etwa durch eine Nachbeurkundung), sagt euch euer Standesamt.
Für eine Hochzeit im Ausland beginnt man oft viele Monate im Voraus. Den Zeitplan insgesamt beschreibt der Ratgeber Hochzeit in Italien.
Häufige Fehler
Einige Probleme tauchen bei Paaren, die aus der Ferne in Italien heiraten, immer wieder auf:
- die Location buchen, bevor klar ist, ob sie für die standesamtliche Trauung zugelassen ist;
- Informationen aus zweiter Hand vertrauen, aus Foren oder von Freunden mit anderer Staatsangehörigkeit;
- Unterlagen zu früh beantragen, sodass sie vor dem Termin ablaufen;
- Übersetzungen und Beglaubigungen vergessen, die Zeit brauchen;
- keinen Dolmetscher einplanen, wenn einer von euch kein Italienisch spricht;
- glauben, die freie Trauung sei rechtsgültig: Für den Staat existiert sie nicht.
Ein praktischer Tipp: Schreibt Comune, Standesamt und Konsulat mit Datum, Staatsangehörigkeit von euch beiden und gewählter Trauung. Bittet um eine schriftliche Antwort und hebt sie auf.
Wer macht was
| Wer | Was ihr dort erfahrt oder bekommt |
|---|---|
| Standesamt des Comune | Nötige Unterlagen, Termine, Trausäle und zugelassene Orte, Dolmetscher |
| Euer Standesamt zu Hause | Ehefähigkeitszeugnis, Namensführung, Eintragung nach der Hochzeit |
| Konsulat oder Botschaft | Auskünfte zu Urkunden und Bescheinigungen für Italien |
| Pfarrei oder Religionsgemeinschaft | Kirchlicher Weg und kirchliche Unterlagen |
| Hochzeitsplanerin | Praktische Hilfe und Koordination, ersetzt aber keine Behörde |
Eine erfahrene Hochzeitsplanerin kennt die üblichen Abläufe und kann euch begleiten. Das letzte Wort haben aber immer die Behörden.
Und die Blumen?
Die Art der Trauung verändert auch den Blumenschmuck:
- im Rathaus sind die Zeiten knapp und der Saal wird mit anderen Paaren geteilt: wenige Gestecke, schnell auf- und abgebaut. Siehe Blumen für die standesamtliche Trauung;
- in der Kirche gelten die Regeln der Pfarrei für Altar, Bänke und Zeiten. Siehe Blumenschmuck in der Kirche;
- bei der freien Trauung seid ihr frei, aber Sonne und Wind entscheiden viel: Bogen, Gang, Sitzreihen. Siehe Blumen für die freie Trauung.
Wenn ihr aus der Ferne plant, lest mit einer Floristin aus der Ferne arbeiten. Einige italienische Bräuche, etwa dass Chrysanthemen als Trauerblumen gelten und Confetti Zuckermandeln sind, erklärt der Ratgeber Blumen und Traditionen der italienischen Hochzeit.
Fragen, bevor ihr entscheidet
- An das Comune: Welche Unterlagen braucht ihr für unsere Staatsangehörigkeit? Ist diese Location für standesamtliche Trauungen zugelassen?
- An euer Standesamt: Wie beantragen wir das Ehefähigkeitszeugnis, wie lange dauert es und wie lange ist es gültig?
- An die Location: Welche Trauungen sind hier möglich? Gibt es Regeln zu Blumen, Kerzen und Zeiten?
- An die Floristin: Habt ihr schon mit dieser Art von Trauung und an diesem Ort gearbeitet?
Zum Schluss
Wählt zuerst die Trauung und sprecht dann mit den Behörden: Der Rest ergibt sich daraus. Viele Paare heiraten standesamtlich zu Hause und erleben in Italien eine freie Trauung ohne Bürokratie. Sobald Datum und Ort feststehen, sucht die Floristinnen und Floristen für Hochzeiten in Italien oder fragt ein Angebot an, mit Art der Trauung, Location und Gästezahl.
Quellen
- Italienisches Zivilgesetzbuch, Art. 116 (Eheschließung von Ausländern in Italien): Normattiva
- Gesetz Nr. 76 vom 20. Mai 2016 (eingetragene Lebenspartnerschaften): Normattiva
- Verordnung (EU) 2016/1191 über den Umlauf öffentlicher Urkunden: EUR-Lex
- Italienisches Außenministerium: esteri.it



